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Denkmale in der Stadt Willich |
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Lfd.-Nr. 143 |
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Standort: Markt 10, D 47877 Willich GPS: 51o 15' 48,0" N 06o 32' 59,8" O Zuständigkeit: Privat Baujahr: 1828 / 29 Tag der Eintragung als Denkmal 25. Juni 1994 Quellenhinweis: Beschreibung der Denkmalbehörde
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Stadtvilla in Willich Denkmalbeschreibung: Bei diesem Objekt handelt es sich um die linke Hälfte eines Doppelwohnhauses, erbaut 1828/29, mit zwei Vollgeschossen, ziegelgedecktem Satteldach und acht Achsen. wurde das gesamte Gebäude grundlegend umgebaut. Die ursprünglich vorhandenen Fassadenelemente, wie Balusterattika, Zwerchdach mit Schweifwerk über den Achsen vier und fünf, die Stelzkonsolen und Baluster an den Balkonen sowie die Stuckwerke über den Fensteröffnungen und des Zwerchgiebels wurden entfernt, so dass die Fassade nach den erfolgten Demontierungen bzw. Renovierungen heute in neoklassizistischem Stil zu erkennen ist. Die Fassade ist geputzt, mineralfarben gestrichen und weist heute naturgemäß keine auffallende Ornamentik mehr auf. Das Innere des Hauses ist im Bereich des Treppenhauses und der erdgeschoßigen Decken besonders prägnant dargestellt. Hervorzuheben sind hierbei die Holztreppe in geschlossener Konstruktion einschließlich des schweren Stabgeländers, die Wandvertäfelung mit Rahmenwerk und Füllung, dem segmentbogenförmigen Holzbaldachin in kassetierter Form unterhalb der Geschosstreppe im Erdgeschoss und die Marmorgasöfen Von besonderer Ausdruckskraft und meisterlicher Darstellung sind die vorhandenen Verglasungen (teils Blei- teils Kristallverglasung) an Türen, Deckenlichtflächen und Raumtrenner, wobei das Antikglas und teilweise der vorhandene Facettenschliff besonders auffallend sind. Die Deckenflächen weisen teilweise stark strukturierte Stuckornamentik auf. Das hier beschriebene Gebäude kann als Stadthaus gelten und die hier angewandte Architektur spiegelt die Bedeutung der damaligen Auffassung hinsichtlich Repräsentation und kreativer Darstellung wider. Dieses zeigt sich gut erkenn- und ablesbar an der oben beschriebenen Fassadengestaltung. Auch städtebaulich besteht Relevanz, da sich an diesem vorbeschriebenen Haus die ehemalige Fluchtlinie der Peterstraße/Marktplatz/Kreuzstraße nachvollziehen läßt. Mithin ist die Bedeutung des Hauses Markt 11 für den Ortsteil Alt-Willich und für die damit verbundene Ortsgeschichte erkenn- und damit unverzichtbar. Es liegen auch städtebauliche Gründe vor, weil dieses Gebäude ein Teil der historischen Bebauung am Marktplatz ist und damit zur Prägung der Alt-Willicher Innenstadt erheblich beiträgt. Außerdem zeigt die Fassade, auch heute noch nach erfolgter Umgestaltung, eine dominierende Darstellung des damals aufkommenden Großbürgertums. |