Kirchen und Kapellen in der Gemeinde Brüggen

 

 

 

Standort:

Börholz, D 41379, Brüggen - Börholz

GPS:

5116' 42,8" N   06o 13' 27,4" O

Zuständigkeit:

Nachbarschaft

Baujahr:

1890

Tag der Eintragung als Denkmal

9. November 2006

Quellenhinweis:

Beschreibung der Denkmalbehörde

 

Kapelle zur Schmerzhaften Mutter Maria

 

    

Standort:

Die Sektionskapelle befindet sich in Börholz 54 im Ortsteil Börholz. Die Kapelle steht mit der Nr. 62 in der Denkmalliste der Gemeinde Brüggen unter Denkmalschutz.

Denkmalbeschreibung:

Backsteinkapelle auf rechteckigem Grundriss, gemäß Inschriftstein errichtet 1890 als Ersatz für einen Vorgängerbau aus dem Jahr 1699. Vorne und seitlich Spitzbogenöffnungen, der Eingang mit bauzeitlicher zweiflügeliger Holztür; die Gebäudekanten werden durch leicht überhohte Eckpfeiler betont; über dem Eingang  ein Giebelkreuz. Kupferdach aus den 1990er Jahren; an drei Seiten alte schmiedeeiserne Einfriedung (nach vorn erneuert).

Im Inneren kunsthistorisch wertvolles Vesperbild, Eiche mit Resten der ursprünglichen Fassung, H. 48 cm, um 1480 entstanden. Der rechte Fuß des Heilandes bis zum Wadenansatz sowie der rechte Unterarm früher ergänzt, an der Plinthe rechts und links ein Stück abgebrochen. – Laut Pfarrchronik, S. 22 soll das Andachtsbild aus dem Wachtendonker Kloster stammen. Bei einer Restaurierung 1968 durch den Landeskonservator wurde  die Originalfassung freigelegt bzw. beim Inkarnat Christi eine Zweitfassung. Das Gewand Mariens und das Leichentuch, der Körper Christi und der Kopf der Mutter Gottes retuschiert. – Die knieende Muttergottes neigt sich dem Leichnam Christi zu, dessen Kopf  auf Ihrem rechten vorgestellten Knie ruht und von ihrer rechten Hand gehalten wird, während sie mit ihrer Linken den linken Arm Christi umgreift, dessen Körper zum Boden hinabgesunken ist. Die ganze Gruppe ist umgeben von dem fülligen Gewand Mariens. – Im Typus (mit der vor dem Sohn knieenden und ihn zugleich stützenden Gottesmutter) verwandt mit den Vesperbildern in Siegburg – Wolsdorf, Bedburg, Kr. Kleve und Rheinberg. Stilistisch jedoch eher einer nach Köln zu lokalisierenden Gruppe nahe stehend, wie die Vesperbilder aus Bergheim (Pfarrkirche) und vor allem aus dem Schnütgen-Museum in Köln.

Als Kapelle der Sektion Börholz ist das Gebäude bedeutend für Brüggen. Als anschauliches und lebendiges Zeugnis der Volksreligiösität besteht an der Erhaltung und Nutzung aus volkskundlicher und im Bezug auf das Vesperbild, künstlerischen Gründen ein öffentliches Interesse.

Quellenhinweis:

 *  Dritte Ausgabe 1994: Handbuch des Bistums Aachen ISBN 3-87448-172-7

  *  Denkmal Nr. 62 der Denkmalliste Brüggen